Sonntag, 14. Januar 2018

Wir bauen ein Haus um - Teil 1: Das Ausräumen




Wir bauen uns ein Haus – um. Fast eineinhalb Jahre hat es gedauert, bis wir mit den Arbeiten an unserem Häuschen beginnen konnten und nun sind wir bereits mittendrin. Nach einem Haus hatten wir schon länger gesucht, selbst bauen wollten wir aber nicht. Wer aber den aktuellen Immobilienmarkt kennt, der weiß, dass die Suche nach einem passenden Haus eher einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleicht. Oder der Suche nach einer Nadel in der vollen Scheune. Und das auch bei uns in einer relativ kleinen Stadt.

Dabei hatten wir gar keine großen oder unüberwindbaren Ansprüche. Wichtig war uns nicht unbedingt eine große Wohnfläche oder etwas Repräsentatives. Wir wollten etwas Kleines und Gemütliches und vor allem wollten wir ein großes Grundstück. Denn Adam hat einen so großen Bewegungsdrang, dass es uns vorteilhaft erschien, wenn er sich auch im Garten unseres künftigen Hauses ordentlich austoben kann, ohne dass er nach zehn Schritten schon wieder am Zaun angelangt ist. Außerdem kann ich diese Dicht-an-dicht-Bebauung in neuen Wohngebieten nicht sonderlich gut leiden. Denn meinen Nachbarn geht es nun wirklich nichts an, was beim Frühstück auf der Terrasse auf unserem Tisch steht. Und was uns noch mit am wichtigsten war – wir wollten uns finanziell nicht soweit belasten, dass wir uns sonst nichts mehr leisten könnten.


Unser Haus habe ich im Juli 2016 zufällig auf einem Immobilienportal gefunden, gleich den Makler angerufen und einen Termin zur Besichtigung vereinbart. Das Haus war noch bewohnt, die Besitzerin wollte aber schon einen Käufer finden, bevor sie ins altengerechte Wohnen ziehen würde, das sich selbst gerade noch im Bau befand. Außerdem wollte sie keine Massen an Besichtigungen durchführen und es war eine überschaubare Menge an Interessenten, von denen am Ende nur noch zwei Familien übrig blieben. Nachdem wir ein Angebot für das Haus abgegeben hatten, erhielten wir tatsächlich den Zuschlag. Auch deshalb, weil wir bereits ein Kind haben und die Besitzerin unbedingt wollte, dass eine Familie in ihr altes Haus einzieht. 

Das war im September 2016. Allerdings hat sich der Kauf immer wieder verschoben, weil der Bau des altengerechten Wohnens nicht so vorankam wie geplant und die Hausbesitzerin daher auch nicht ausziehen konnte. Doch jetzt im Dezember war es endlich so weit. Eineinhalb Jahre nach Entdecken der Anzeige sind wir stolze Besitzer eines Hauses mit vier Zimmern, einer Garage, einem Bungalow im Garten und einem Grundstück mit 1200 Quadratmetern Fläche. Perfekt für uns als Familie.

Seit einigen Wochen verbringen wir unsere Wochenenden und unsere Freizeit nun in unseren eigenen vier Wänden. Wir haben ausgeräumt (das Haus wurde uns fast komplett möbliert übergeben), Tapeten abgerissen, Fußböden rausgerissen, die Küche entsorgt, den Keller entrümpelt und überzählige Schränke entsorgt. Hinter den Tapeten und Möbeln kamen Zeitungen aus den 70ern zum Vorschein sowie viele Dinge, die sich eben seit dem Bau in den 60ern angesammelt hatten. 
Wahre Schätze sind bislang nicht ans Licht gekommen. Naja, vielleicht bis auf das Klavier der Firma Helmholz aus den 20er Jahren, bei dem wir noch nicht ganz genau wissen, was wir damit machen wollen. Noch steht es in Adams künftigem Kinderzimmer und er nutzt jeden Besuch auf der Baustelle, um darauf zu klimpern.






Bis zum geplanten Einzugstermin Ende März wartet noch eine Menge Arbeit auf uns. In einer Woche kommen die Handwerker und bauen uns eine neue Heizung und eine neue Elektrik ein. Und dann erst können wir beginnen, die Wände und Decken zu verkleiden, neuen Fußboden zu verlegen und die Einrichtung der Zimmer zu planen.





Viel Arbeit also und ich habe keine Ahnung, wie wir das alles schaffen wollen. Aber ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten.