Freitag, 27. Oktober 2017

Herbstausflug nach Wernigerode - mit Ritterburg




„Mama, ich möchte mal eine echte Ritterburg sehen“ – mit diesem Satz begann die Planung unseres jüngsten Familien-Wochenendausfluges. Denn bei Adam stehen die stolzen Kämpfer mit Rüstung und Schwert momentan ganz weit oben auf der Interessenliste (keine Ahnung, woher das auf einmal kam). Zuerst dachte ich ja, es wird nach ein, zwei Tagen wieder vorbei sein. Aber nein, die Faszination für Ritter ist geblieben und so überlegten wir dann, wo es eine schöne mittelalterliche Burg gibt, die man auch mit einem Kleinkind besichtigen kann. Unsere Wahl fiel dann recht schnell auf das Schloss Wernigerode. Einerseits, weil es von uns aus nicht weit weg ist, und andererseits, weil ich das Schloss zum letzten Mal gesehen habe, als ich selbst noch ein Kind war.

Wir wollten gleich ein ganzes Wochenende aus dem Ausflug machen, das Wetter sollte ja schließlich noch einmal sehr schön werden und am selben Tag zurückzufahren ist doch meist sehr stressig. Bei meiner Recherche im Internet stieß ich auf das Familien-Angebot des „Altwernigeröder Apparthotels“, in dem wir ein Appartement mit separatem Schlafzimmer beziehen konnten. Ein zusätzliches Zimmer ist uns in einem Hotel immer sehr wichtig, weil Adam ziemlich früh schlafen geht und wir dann auch schon um 19 Uhr Licht und Fernsehen ausschalten müssten. 


Der erste Tag unseres Harz-Trips stand dann auch ganz im Zeichen der Ritterburg. Adam war schon Tage vorher sehr aufgeregt und hat sich sehr gefreut, seinem Playmobil-Ritter endlich eine echte Burg zeigen zu können. Das Schloss Wernigerode thront hoch über der Altstadt. Theoretisch könnte man auch zu Fuß hochgehen, doch mit einem Dreijährigen war uns das dann doch etwas zu weit. Glücklicherweise gibt es verschiedene Bahnen, die im 20-Minuten-Takt zum Schloss fahren und direkt vor unserem Hotel befand sich die Abfahrtsstation der Wernigeröder Bimmelbahn, die uns in 10 Minuten zum Schloss brachte. Einfach, unkompliziert und sehr familienfreundlich.




Auf der Burg angekommen gab es für Adam kein Halten mehr. Hatte er schon im Auto seine Freude praktisch rausgeschrien, als er die Burg auf dem Berg entdeckt hatte, so rannte er nun überschwänglich durch Tor und Tunnel hinauf zum Eingang des Schlosses. Besonders angetan hatten es ihm die Kanonen am Schloss. Kinder können dort wunderbar herumklettern und auch als Fotomotiv sind sie perfekt. Von mir muss es aus Kindertagen ein ähnliches Foto auf der Kanone geben. Die Aussicht von der Burgmauer ist wunderschön. Unten erstreckt sich die Stadt Wernigerode und am Horizont zeigen sich die Erhebungen des Harzes. Da wir mit dem Wetter wirklich Glück hatten, erstrahlte die Landschaft in dem schönsten Herbstlicht. 



Und auch das Innere des Schlosses, das ursprünglich eine mittelalterliche Burg war und immer wieder baulich umgestaltet wurde, ist wunderschön. Über eine Wendeltreppe gelangt man in den Innenhof, von dem dann die Türen für die Rundgänge im Inneren abgehen. Im Innenhof lädt ein Café zum Verweilen ein und der Brunnen übt eine magische Anziehung auf Kinder aus, vor allem auch auf Adam, der aber glücklicherweise seine Regenjacke anhatte. Die Rundgänge durch die Räume des Schlosses sind wirklich schön gestaltet. Leider konnten wir nicht alle Informationstafeln lesen, denn Adam ist praktisch durch die Räume gerast – immer auf der Suche nach der nächsten glänzenden Rüstung. Und immer wieder wurde er auch belohnt. 


Nach den Rundgängen gönnten wir uns eine kleine Pause im Café des Innenhofes, mit Kaffee und Eisbecher an der frischen Luft. Das Gute an so einem Innenhof ist ja auch, dass die Kinder durch die Gegend rennen und sich alles allein ansehen können, ohne dass man sie aus den Augen verliert. 


Im Shop des Schlosses entdeckten wir dann auch Adams absolutes Highlight. Eigentlich wollten wir nur Postkarten kaufen, die er in der Kita zeigen kann, aber beim Rausgehen fielen mir diese wunderschönen Holzschwerter ins Auge. Eines davon durfte sich Adam dann auch aussuchen, auf der einen Seite ist ganz groß „Schloss Wernigerode“ eingraviert. Außerdem passt es perfekt in die Gürtelschlaufe seine Jeans und so lief „Ritter Adam“ stolz wie Bolle (wie man bei uns sagt) mit seinem Schwert durch das Schloss und anschließend durch die Altstadt von Wernigerode. 






 

Die Bimmelbahn brachte uns auch wieder ganz bequem zurück ins Zentrum. Zwischenzeitlich hatte es angefangen, ordentlich zu regnen und so machten wir in unserem Hotelzimmer erstmal eine kleine Pause, bevor wir uns dann schließlich in Regensachen wieder nach draußen wagten. In kompletter Montur mit Gummistiefeln durfte Adam nach Herzenslust von Pfütze zu Pfütze hüpfen. Wir haben übrigens die Regensachen von Tchibo, und das schon in der zweiten Größe. Egal wie oft Adam damit durch Pfützen hüpft, er hat nie nasse Socken, Beine oder Arme. Die Regensachen halten richtig schön trocken.
 

Den Abend ließen wir im hoteleigenen Restaurant „Kartoffelhaus“ ausklingen. Auch das kann ich wärmstens empfehlen. Das Essen war superlecker.


Was wir am Sonntag machen wollten, verrieten wir Adam auch erst beim Sonntags-Frühstück. Ursprünglich hatten wir geplant, den Indoorspielplatz im Hasseröder Ferienpark zu besuchen. Aber eine Hotelangestellte mit einem Kind in Adams Alter empfahl uns dann, einen anderen und vor allem viel größerenIndoorspielplatz in Halberstadt zu besuchen. Da Halberstadt auf direktem Weg nach Hause liegt, fiel die Entscheidung auch nicht schwer und sie war goldrichtig. Das „HaWoGe-Spiele Magazin“ erstreckt sich auf 3000 Quadratmetern und drei Etagen und bietet für kleine Kinder bis hin zu Teenagern alles, was das Herz begehrt. Adam war der Spielparcours wieder einmal nicht besonders geheuer und so hat er nach dreimal Rutschen fast die ganze Zeit auf einem der Trampoline verbracht. Locker zwei Stunden ist er mit Unterbrechungen auf und ab gehüpft – kein Wunder, dass er anschließend einfach nur noch hundemüde und kaputt war. Die Autofahrt nach Hause hat er dann fast komplett verschlafen. 


Aber für „Ritter Adam“ war der Ausflug nach Wernigerode wirklich ein tolles Erlebnis. Und die Ritter-Phase hält immer noch an.